Sonntag, 10. Juni 2012

Schloss-Triathlon Moritzburg - Meine erste Mitteldistanz UPDATE BILDER

Am Samstag stand mit dem Schlosstriathlon Moritzburg mein erster Saisonhöhepunkt an. Ich wollte mich auf eine Mitteldistanz wagen. Das bedeutet beim Schloss-Triathlon 1,9km Schwimmen, 94km Radfahren und 21,1km Laufen.
Ich hatte mir Moritzburg für meine Premiere herausgesucht, weil es quasi um die Ecke ist, und ich nichts extra organisieren musste. Einfach früh hinfahren, mitmachen und wieder nach Hause.
Je näher der Wettkampf rückte, desto mehr machte ich mir Gedanken um die Form. Schwimmen kann ich eh nicht, auf dem Rad hatte ich zu wenige Kilometer und für´s Laufen fehlte die Intensität beim Training. Im Wasser rechnete ich mit 40 Minuten, auf dem Rad mit 3 Stunden und für das abschließende Laufen hatte ich irgendwie überhaupt keinen Plan. Mir fiel auch bis zum Start keiner ein. So ergaben sich folgende Zielvorstellungen: Wenn´s schlecht läuft - finishen, wenns normal läuft unter 6:00h und optimal 5:30h. Das war sehr spekulativ, da ich so etwas ja noch nie gemacht hatte.

Am Freitag fuhr ich nach Feierabend meine Startunterlagen holen und traf mich mit einigen Tümpelplanschern und Triathlon-Szene-Foris bei der Nudelparty. Nach der Streckenbesprechung ging es heim zum Tasche packen. Samstag früh konnte ich Ausschlafen, da der Start der Mitteldistanz erst um 10:50 Uhr war. Vor Ort angekommen, dann die übliche Startvorbereitung: Luft aufpumpen, Trinkflasche füllen, Ersatzschlauch ans Rad, alles Notwendige in die Box für die Wechselzone. Der Check-In ging flott und ich hielt nebenbei einige Schwätzchen. Zum Start war es in diesem Jahr etwas weiter, da wir wegen Bauarbeiten nicht direkt am Schloss starten konnten. Also schnappte ich mir noch eine Banane und machte mich mit den anderen Startern auf den Weg um den Teich.

Schwimmen im Schlossteich

Pünktlich 10:50 Uhr wurden die Mädels auf die Strecke geschickt. Ich konnte in Ruhe mein Tempo schwimmen, da wir nicht so viele weibliche Starter waren. Zehn Minuten später durften dann die Jungs, und die Staffeln mussten nochmals 10 Minuten warten. Die Spitze sah ich bald nicht mehr, und nach einer dreiviertel Runde war meine Brille so angelaufen, dass ich die nächste Boje auch nicht mehr erkennen konnte. Ich wollte nicht anhalten und orientierte mich an denen vor mir. Zum Schluss bin ich doch etwas abgedriftet. Doch da ich neben der Bahn war, kam ich wenigstens nicht den schnellen Männern in die Quere, die auf uns aufgeschwommen waren. Die Uhr zeigte 39 Minuten beim Verlassen des Teiches. Noch alles im Plan.

Radfahren

Der Wechsel klappte: Neo aus, Brille auf, Startnummer um, Helm auf und los. Nur etwas gemütlicher als auf der Kurzstrecke. Beim Losfahren kam ich nicht sofort in den linken Schuh, so dass der erstmal ordenlich übers Pflaster schrammte. Wenigstens blieb er im Pedal. Dann gings los. Ich hatte Probleme mit der Oberschenkelrückseite. Es fühlte sich wie eine leichte Zerrung an, wie wenn man unerwärmt zu schnell Gas gegeben hat. Das war wahrscheinlich auch der Fall. An der ersten Verpflegung schnappte ich mir eine halbe Banane und bei der nächsten ein Gel. Immer im Wechsel, an den beiden Servicepunkten der Runde. Das komische Gefühl im Oberschenkel war inzwischen verschwunden. Anfangs der zweiten Runde dachte ich, dass der Wind stärker geworden war. Anfangs der dritten Runde war der Wind stärker geworden. Es gab Böen, bei denen ich mehr zu tun hatte auf der Straße zu bleiben, als vorwärts zu kommen. Dazu kam ein ordentlicher Regenschauer, bei dem mir richtig kalt wurde.
Ein paar Minuten später war die Sonne wieder draußen. Ich machte mir Gedanken ob und wo ich in der Wechselzone wohl meine Laufmütze, die Socken usw. wiederfinden würde. Nach drei 27km-Runden ging es zurück nach Moritzburg. In der Wechselzone stand 3:00h auf der Uhr. Passt.

Laufen durchs kurfürstliche Jagdrevier

Die Sachen waren tatsächlich noch an Ort und Stelle. Also rein in die Laufschuhe und auf zum Halbmarathon. Ich versuchte mit 5:00min/km anzulaufen. In meinem Magen gluckerte es ordentlich. Der hatte ja nicht wirklich was Gescheites zu Essen bekommen. Dazu kam noch Seitenstechen. Ich überlegte ob es hilft, wenn ich mal kurz hinter einem der Holzstapel verschwinde. Nach zwei Kilometern war die Luft raus. Die Uhr zeigte was von 6:**min/km. Das Rechnen begann. Nach 5,3km (1/4) war ich auf 1:47h-Kurs. Nach der ersten 7-km-Runde lag ich bei 1:48h. Pro Runde nahm ich ein Gel und an den anderen beiden Verpflegungen Cola und einen Schwamm (um die Cola wieder aus dem Gesicht zu bekommen). Nach der Hälfte war es hochgerechnet schon 1:52h. Ob ich es unter 2 Stunden schaffe?
Doch es lief jetzt besser. Ich wollte noch nicht aufdrehen, denn es war noch ein Stück bis ins Ziel. Ende der zweite Runde ging ich bei 1:14h durch. Und mit der Wende auf die letzte Runde setzten die Krämpfe ein. Falls es noch Laufen war, wurde es jetzt Schleichen. Jedes zu feste, jedes schiefe Aufsetzten auf dem holprigen Waldboden wurde sofort mit einem Knoten im Muskel bestraft. Wahlweise im rechten Oberschenkel, oder in der linken Wade, oder in der rechten Wade, oder im linken Oberschenkel. Der Kopf wollte, aber der Körper nicht mehr. Ich fing an mit ihm zu kaupeln. Wenn er so und so lange durchhält, bekäme er dies oder das. Noch 5 Kilometer. Dann eine Frau vor mir, die scheinbar genausoviele Rundenbändchen am Arm hat wie ich selber. Noch 4. Ich bin dran. Wie gewohnt den Schritt beschleunigen und zügig vorbei. Ganz schlechte Idee, meinte mein Körper und zieht die Knoten fester zu. Also rausnehmen. Noch 3. Kommt sie gleich wieder vorbei? Die Schritte hinter mir klingen nach Mann. Aus dem Augenwinkel schielen. Ok, es ist ein Mann. Umgeschaut wird nicht. Zweitausend Meter noch. Noch einen Schwamm an der letzten Verpflegung. Letzter Kilometer. Ich kann nichts mehr zusetzten. Das Ziel ist in Sicht. Die Uhr zeigt die Zeit der Langdistanz: 9:22h. Hmm, also 5:42h für mich. Das ist ok. Nee, wir sind 3:50h später los. Also 5:32:54h. Das ist ja gut. Ich freu mich. Geschafft! Ich bin fix und fertig.
Ich trau mich nicht mich hinzusetzten, denn ich hab Angst nicht mehr hochzukommen. Alles tut weh. Aber ich bin happy. Noch einen Blick auf die Ergebnisliste: Platz 12. Danach ab nach Hause und in die Badewanne. Das gibt einen bösen Muskelkater.
 Vielen Dank an Thomas Röder für die Bilder.

5 Kommentare:

  1. Aua aua.. hört sich ja verdammt nach Quälerei an. Aber das Ergebnis ist prima! Glückwunsch von mir, ich hoffe der Muskelkater war erträglich!?!

    der Heiko

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  2. Danke dir, Heiko. Nachdem der Muskelkater fast vergangen ist, haben Viren von meinem geschwächten Körper Besitz ergriffen. Jetzt häng ich hier mit einer Erkältung rum. Aber es regnet eh. Wenn zum Wochenende die Sonne raus kommt, geht´s aufs Rad.

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  3. Gratulation zum tollen Finish, dass es ein Kampf war, sah man dir garnicht an!! LG

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  4. Danke Ulf. Das mit dem Aussehen war Strategie. Mir hat vor vielen Jahren mal jemand gesagt: Wenn man im Gesicht verkrampft, verkrampft auch der Rest des Körpers. Also hab ich im Umkehrschluss versucht so entspannt wie möglich zu kucken. Hat nicht ganz hingehauen ;-)

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  5. Also quasi immer schön lächeln :-)

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